In der letzten Zeit wird viel von einer digitalen Souveränität gesprochen und dass wir vorsichtiger sein sollten, wenn wir unsere Daten auf den Plattformen großer amerikanischer Plattformen speichern. Es gibt schon länger ein Konzept namens "Verwaltungsschale", was aber kaum jemand kennt. Das wollen wir mit diesem Blog ändern.
Was ist eine Verwaltungsschale?
Kurz gesagt: Die Verwaltungsschale (Asset Administration Shell, AAS) hilft Unternehmen dabei, Geschäftsdaten strukturiert, standardisiert und herstellerunabhängig zu speichern – und genau das stärkt digitale Souveränität. Sie schafft ein einheitliches Datenmodell für jedes Asset und ermöglicht, Daten kontrolliert, interoperabel und langfristig nutzbar zu halten.
Wie die Verwaltungsschale digitale Souveränität stärkt
1. Einheitliche, herstellerunabhängige Datenstruktur
Die Verwaltungsschale ist ein branchenneutraler Standard, der Informationen in einer einheitlichen Sprache bereitstellt.
Das bedeutet:
- Daten bleiben verständlich, auch wenn Systeme oder Anbieter wechseln.
- Unternehmen behalten die volle Kontrolle, weil sie nicht an proprietäre Formate gebunden sind.
- Langfristige Nutzbarkeit wird gesichert – ein zentraler Baustein digitaler Souveränität.
2. Klare Trennung von Asset und Daten
Jedes physische oder digitale Asset erhält eine eigene Verwaltungsschale.
Das ermöglicht:
- Saubere, modularisierte Datenhaltung
- Transparente Zuordnung von Informationen, Metadaten, Zuständen, Versionen
- Weniger Chaos in Datenbanken und ERP-Systemen
Für uns als SAP‑Berater ist das besonders spannend: Die AAS kann als semantische Brücke zwischen OT und IT dienen – ohne proprietäre Abhängigkeiten.
3. Interoperabilität als Souveränitätsfaktor
Digitale Souveränität bedeutet laut Bundesministerium, Daten und Systeme selbstständig und sicher steuern zu können, ohne von einzelnen Technologieanbietern abhängig zu sein.
Die Verwaltungsschale unterstützt das, indem sie:
- standardisierte Schnittstellen bereitstellt
- den Austausch zwischen Maschinen, Systemen und Partnern erleichtert
- Ökosysteme ermöglicht, in denen jeder Teilnehmer seine Datenhoheit behält
4. Grundlage für digitale Zwillinge und Produktpässe
Die Verwaltungsschale ist das Rückgrat des digitalen Zwillings.
Damit wird sie zum zentralen Speicherort für:
- technische Daten
- Nutzungsdaten
- Lebenszyklusinformationen
- Nachhaltigkeits- und Compliance-Daten
Gerade im Kontext des Digitalen Produktpasses wird die AAS zum souveränen Datenspeicher, weil sie:
- standardisierte Datenmodelle nutzt
- regulatorische Anforderungen abbilden kann
- Datenportabilität sicherstellt
5. Datenhoheit durch dezentrale Speicherung
Digitale Souveränität bedeutet auch:
Daten dort speichern, wo man selbst die Kontrolle hat – nicht in proprietären Clouds ohne Exit-Strategie.
Die Verwaltungsschale unterstützt:
- dezentrale Architekturen
- föderierte Datenräume
- Gaia‑X‑konforme Datenhaltung
Damit können Unternehmen Daten selbstbestimmt verwalten, ohne auf zentrale Plattformen angewiesen zu sein.
Verwaltungsschalen und Digitaler Zwilling für SAP ABAP
Seit Januar 2026 haben wir eine neue Schulung "ABAP HTTP Connectivity - Grundlagen" im Programm. die sich mit der Daten- und Systemintegration über HTTP Services im ABAP auseinander setzt. Unser Praxisbeispiel ist die Verwaltungsschale und der digitale Produktpass.
Im Rahmen der Schulung zeigen wir, wie man mit modernem ABAP im Clean Core Systeme wie die Verwaltungsschale integrieren kann. Dieses Wissen hilft natürlich auch bei der Integraton von anderen Lösungen über HTTP Services.
Weitere Informationen findet man in unserem Schulungskatalog.




