Worum geht es?
In diesem Blog geht es um die Fertigung der Zukunft. Grundlage ist das Whitepaper "Datengetriebene Fertigung" vom Fraunhofer IFF aus Magdeburg, dass Ihr hier findet.
Darin geht es um moderne Konzepte für die Welt der Fertigung, die verschiedene Herausforderungen der Vergangenheit lösen sowie neue Chancen durch den technischen Fortschritt nutzen. Das Ganze entstand in Zusammenarbeit mit der Magdeburger Elbfabrik: eine Demofabrik, die man besuchen und sich diese und andere Konzepte in der Realität anschauen kann.
Dieser Blog ist entstanden, weil viele SAP Kunden eine Fertigung haben und somit Interesse an solchen Zukunftskonzepten haben sollten.
Wir bei Brandeis bieten vor allem technische Schulungen rund um SAP ABAP an. Die Zusammenarbeit mit der Fertigung ist für uns vor allem ein technisches Integrationsthema, um das wir uns zukünftig mehr kümmern wollen und für das wir erste Schulungen für SAP ABAP Entwickler anbieten.
Datengetriebene Fertigung - einfach erklärt
Es ist nicht besonders hilfreich, die Inhalte des Whitepapers hier 1:1 aufzuführen. Es ist allerdings auch nicht immer einfach, solche Texte zu verstehen, wenn Begriffe verwendet werden, die man in seiner eigenen Fachdomäne eher nicht verwendet bzw. die vielleicht sogar abweichende Bedeutungen haben.
Deshalb nutzen wir hier die neuen Möglichkeiten der KI, die uns die Besonderheiten in einfacher Sprache für 5-Jährige zusammengefasst hat:
Stell dir vor, eine Fabrik ist wie ein riesiges Zimmer voller schlauer Spielzeuge, die alle zusammen etwas Tolles bauen wollen, zum Beispiel ein großes Feuerwehrauto.
Früher war es so: Jedes Spielzeug hat einfach vor sich hin gearbeitet und wusste nicht, was die anderen gerade machen. Wenn der Bagger Hilfe brauchte, musste er erst mühsam zum Kran laufen und fragen. Das hat lange gedauert und oft gab es ein Riesendurcheinander.
Bei der datengetriebenen Fertigung ist das jetzt ganz anders:
Alle haben ein Funkgerät (Echtzeit): Jede Maschine und jedes Werkzeug erzählt sofort allen anderen, was es gerade macht. Wenn eine Maschine müde ist oder ein Teil fehlt, wissen das alle anderen sofort.
Die Zauber-Tafel (Unified Namespace): In der Mitte des Zimmers steht eine riesige magische Tafel. Jedes Spielzeug schreibt dort immer ganz schnell auf, was es gerade tut. Keiner muss mehr herumlaufen und fragen „Bist du schon fertig?“. Man schaut einfach an die Tafel und weiß Bescheid.
Ein schlauer Helfer (KI): Es gibt einen super-schlauen Computer-Freund, der die ganze Zeit auf die Tafel schaut. Er ist wie ein Superheld, der schon vorher weiß, wenn es einen Stau geben könnte, und sagt den Spielzeugen: „Fahr du lieber mal links herum, dann geht es schneller!“.
Alle sprechen die gleiche Sprache: Damit sich keiner missversteht, haben sich alle geeinigt, was die Wörter bedeuten. Wenn einer „Rad“ sagt, wissen alle genau, welches Rad gemeint ist, damit am Ende alles perfekt zusammenpasst.
Das Ergebnis? Anstatt viele Tage zu brauchen, ist das Feuerwehrauto jetzt schon in ein paar Stunden fertig, und alle Spielzeuge sind glücklich, weil sie genau wissen, was sie tun müssen.
War es schlimm, sich auf das Niveau von 5-Jährigen zu begeben?
Wir sollten in Zukunft viel mehr einfache Sprache verwenden, um die Anderen "abzuholen". Die Welt ist komplexer geworden und die notwendige Zusammenarbeit sollte nicht schon an der Sprache scheitern...
Wie tickt die Welt der Fertigung bisher?
Wenn man über Digitalisierung und Automatisierung in der Fertigung spricht, wird häufig die "Automatisierungspyramide" verwendet. Ein SAP System wird als ERP System in der Spitze dieser Pyramide dargestellt.
Wenn man also aus SAP Sicht eine Integration in die Fertigung wünscht, muss man sich häufig durch die einzelnen Schichten dieser Pyramide "durchkämpfen". Das bedeutet, dass man einige Personen aus unterschiedlichen Bereichen am "Tisch" braucht, die überzeugt werden wollen und sich einig werden müssen.
In der Praxis kann das zu langwierigen Diskussionen und Projekten führen, die oft ihre Ziele nicht erreichen oder vorzeitig abgebrochen werden.
Es gibt häufig Missverständnisse wenn beispielsweise SAP-IT-Menschen auf die OT-Menschen in der Fertigung treffen. Die Welten der IT und OT - "Operational Technology" - sind sehr unterschiedlich und die Schaltschränke in der Fertigung für SAP verschlossen. Das müssen wir dringend ändern, um die Digitalisierungspotenziale für alle Seiten nutzen zu können.
Selbst wenn solche Automatisierungsprojekte im Ziel ankommen, heißt das nicht, dass die Umsetzer stolz auf Ihre Arbeit sein können. Vielleicht haben sie nur die Komplexität im Unternehmen noch weiter erhöht und die sogenannte "Schnittstellenhölle" befeuert.
Das Whitepaper vom Fraunhofer zeigt hier alternative Vorgehensweisen auf.
Was ist anders?
Die grundsätzlichen Unterschiede zur klassischen Denkweise der IT aus meiner Sicht hier kurz zusammengefasst:
- Daten werden gebracht, nicht geholt
- Die Datenpoduzenten sorgen aktiv dafür, dass ihre Daten in einer guten Qualität und in Echtzeit auf einer zentralen Plattform verfügbar sind
- Es sind keine konkreten Usecases bzw. bereits bekannte Datenkonsumenten notwendig, um Daten aktiv bereitzustellen
- Über das Konzept des "Unified Namespace" wird die gleiche Semantik der Daten für alle Teilnehmer sichergestellt
- Über Event-Driven-Architecture (EDA) und Data-Broker-Konzepte werden die Daten in Echtzeit an Konsumenten geliefert
- Über Konzepte der "Verwaltungsschale" werden die letzten bekannten Daten bereitgestellt und über Konzepte der "Datenräume" sicher mit Externen geteilt
- Ein SAP System ist nicht mehr nur die Spitze der "Automatisierungspyramide" sondern gleichberechtigter und aktiver Partner am "Echtzeit-Datentisch", der nicht nur Daten "abgreift" sondern auch bereitstellt
Wir lösen uns so von den üblichen "Punkt-zu-Punkt-Schnittstellen" und werden Teil eines "Daten-Ökosystems".
Wollt Ihr mehr?
Hat Euch dieser Blog gefallen und Ihr wollt mehr erfahren?
Folgende weitere Anregungen haben wir für Euch:
- Schreibt eine E-Mail an info@brandeis.de und lasst Euch in den "OT-Verteiler" aufnehmen. Über diesen informieren wir regelmäßig zu solchen und anderen Themen aus der Fertigung.
- Schaut Euch unsere Schulung "ABAP HTTP Connectivity - Grundlagen" an. Dort behandeln wir Integrationsthemen mit SAP ABAP und Beispielen aus der Fertigung.
- Schaut im Brandeis Veranstaltungskalender oder auf den Veranstaltungsseiten des Fraunhofer IFF, ob offene Veranstaltungen zu Fertigungsthemen und zur Elbfabrik angeboten werden.
- Sprecht uns an, wenn Ihr Interesse an Informationsveranstaltungen mit der Elbfabrik und SAP habt.
- Bucht für Euer Unternehmen einen persönlichen Termin in der Elbfabrik und nehmt sowohl IT- als auch OT-Kollegen mit.




